Pech im Spiel, Glück in der Liebe

Wenn man die Aussage des alten Sprichworts umdreht, bedeutet das, dass wer Glück im Spiel hat und dementsprechend viel spielt, kaum Zeit für die anderen wichtigen Dinge im Leben wie die Liebe hat. Im Grunde kann man sogar noch weitergehen. Bei manchem, der sehr viel spielt, bleiben neben der Liebe auch noch andere wichtige Dinge wie die Verantwortung gegenüber sich selbst und andere auf der Strecke.
Glück in der Liebe
Wenn dann noch hinzukommt, dass die Glückssträhne beim Spielen abreißt, drohen manchmal noch größere Probleme, wie Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg oder auch psychische Probleme. Besser wäre es in jeden Fall, sich bewusst zu werden, dass nicht das Spielglück und das „Reichwerden“ erstrebenswert ist, sondern ein insgesamt ausgewogenes Leben mit einem liebevollen Partner und mit Freunden an der Seite und mit einer Arbeit, die einen ausfüllt, zu haben. Spiele können dabei dennoch einen festen Platz in einem glücklichen Leben haben.

Ungewöhnliche Aktion mit einem Appell an die soziale Verantwortung

Auf die Lehre aus dem Sprichwort will auch das umstrittene Erotik-Model Michaela Schäfer mit ihrer Aktion #kennedeinegrenzen aufmerksam machen. Bereits vor einigen Jahren zog sie während eines Bundesligaspiels der Berliner Hertha gegen Hannover 96 blank und verteilte zusammen mit einigen Mitstreitern der Aktion einen vierstelligen Geldbetrag unter den Fans. Auf der Seite saechsische.de wurde darüber berichtet.

Was auf den ersten Blick wie eine dumme Aktion anmutet, hat jedoch einen ernsten Hintergrund. Viele Fußballfans geben zu den Spielen ihres Lieblingsvereins jede Woche Wetten ab. Nicht wenige von ihnen dürften auch im Online Casino der Wettanbieter spielen. Jedem sollte eigentlich klar sein, dass beim Glücksspiel immer die Bank gewinnt und das im Casino eingesetzte Geld letztendlich verpulvert wird.

Leider gibt es nicht wenige Menschen, die auch der Spielsucht verfallen und die dadurch in große Schwierigkeiten geraten, spätestens dann, wenn sich alles nur noch ums Wetten oder Spielen dreht. Micheala Schäfer und ihre Mitstreiter appellieren damit an die soziale Verantwortung jedes einzelnen.

Gesetzgeber hat neue Regeln geschaffen

Das Thema Glücksspiel ist in Deutschland schon seit Jahrzehnten umstritten. Im Jahr 2012 sollte das Online Glücksspiel in Deutschland eigentlich verboten werden. Sportwetten wurden dagegen erlaubt. Dagegen wehrten sich einige Betreiber von Online Casinos die in anderen Ländern der Europäischen Union zugelassen sind und berufen sich auf ihre Dienstleistungsfreiheit. Sie bekamen von den Gerichten Recht und der damalige deutsche Glücksspielstaatsvertrag wurde gekippt.

In diesem Jahr wurde nun, nach einer jahrelangen Debatte, die zum Teil sehr ideologisch geführt wurde, sodass sich lange kein Kompromiss abzeichnete, ein neuer Glücksspielstaatsvertrag zwischen den Bundesländern in Kraft gesetzt, der das Spielen und Wetten im Internet erlaubt.

Die Anbieter müssen dafür eine Lizenz in Deutschland erwerben und strenge Auflagen erfüllen. So muss beispielsweise sichergestellt sein, dass sich kein Minderjähriger anmeldet. Außerdem gilt eine Grenze für Einzahlungen von 1.000 € monatlich. Spielern, die durch ihr problematisches Spielverhalten auffallen, müssen Beratungs- und Hilfsangebote unterbreitet und in einer zentralen Datei gespeichert werden.

Es geht nicht darum den Spieltrieb zu unterdrücken

Der Mensch verfügt über einen natürlichen Spieltrieb. Es geht darum Spaß zu haben, sich die Zeit zu vertreiben, um Geselligkeit, aber auch, um sich mit anderen zu messen. Spiele um Geld üben noch einmal einen zusätzlichen Reiz auf viele Menschen aus, da letztlich immer auch der Traum von einem sorgenlosen Leben mitschwingt. Das ist genau das Bedürfnis auf die Glücksspielangebote abzielen.

Verbieten lässt sich das Spielen um Geld zwar, aber es kann nicht verhindert werden. Es verlagert sich nur in die Illegalität und fördert damit noch ganz andere Probleme zutage, wie auch andere Verbote, etwa die Prohibition in den USA in den 20er Jahren gezeigt haben. Besser ist es, das Spielen in gelenkten Bahnen zu erlauben. So kann der Staat ebenfalls seiner Verantwortung nachkommen und Einfluss auf die Inhalte nehmen. Positiver Nebeneffekt: Über die Spieleinsätze lassen sich auch dringend benötigte Steuereinnahmen generieren. Diese Erkenntnis hat sich in den letzten Jahren in immer mehr Ländern durchgesetzt.

Die Fakten zum Spielen um Geld und eine Einordnung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat in einer Erhebung herausgefunden, dass rund 400.000 Menschen in Deutschland ein problematisches Spielverhalten besitzen. Davon kann etwa die Hälfte als spielsüchtig eingeordnet werden. Das ist gegenüber den vielen Millionen Menschen, die hin und wieder ein paar Einsätze bei Sportwetten oder bei den Glücksspielen im Online Casino machen ein vergleichsweise kleiner Anteil.

Bei der Studie deckt aber auf, dass auch unter den 16 bis 17-Jährigen rund ein Drittel schon einmal um Geld gespielt oder Sportwetten oder einen Lottoschein abgegeben hat. Das ist jedoch genau die Gruppe, die es seitens des Staates besonders zu schützen gilt und mehr hinsichtlich des Jugendschutzes unternommen werden muss. Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag soll zumindest für entsprechende Online-Angebote erreicht werden, dass sich keine Minderjährigen bei den Anbietern anmelden können, da unter 18-Jährige in der Regel erst dabei sind sich charakterlich zu festigen.

Die Glücksspielforschung hat darüber hinaus auch herausgefunden, dass Spiele um echtes Geld zwar in allen gesellschaftlichen Schichten ihren Platz haben, jedoch bei Menschen mit schwierigeren ökonomischen Voraussetzungen und mit Migrationshintergrund besonders stark verbreitet ist. Sie ist es auch kein Wunder, dass Spielhallen und Wettbüros überproportional häufig in Gegenden angesiedelt sind, in denen diese Gruppen mehrheitlich wohnen.

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